| 
|
Pfarrscheune
Aufgrund von Umbauarbeiten an der Pfarrscheune zum neuen Gemeindezentrum
St. Michael erhielt die Arbeitsgruppe Gelegenheit, den Hofbereich zwischen
Pfarrscheune und Gemeindehaus archäologisch zu untersuchen. Obwohl hier
der Untergrund bereits erheblich für Kanal- und Versorgungsleitungen gestört
war, konnten dennoch einige Strukturen, ein Pfostenloch und zwei Gruben
unbestimmter Zeitstellung, sowie eine schräg einfallenden Lehmwanne im
Boden beobachtet werden. An der Kante eines vom Bagger bereits abgegrabenen
Bereichs konnte das unregelmäßige Profil einer mittelalterlichen Grube
dokumentiert werden, die auch die entsprechende Keramik enthielt. Damit
haben wir neben dem Schulhaus am Kirchenplatz die zweite Fundstelle, an
der das mittelalterliche Fürth direkt greifbar ist.
Schulgebäude
So haben die Untersuchungen im neuen Schulgebäude am Kirchenplatz durch
die Aufdeckung zweier sich gegenüberliegender älterer Fundamentmauern
die Bestätigung der Boehner'schen Darstellung erbracht, daß das Gelände
auf dem abfallenden Hang zur Heiligenstraße im frühen 18. Jahrhundert
bebaut war und dadurch ein Datierungsansatz für die aufgefundenen Reste
eines Totenkrönchens aus dem darunter liegenden Friedhofsbereich gegeben
ist; das heißt, dass hier ein relativ altes Exemplar dieser Fundgattung
entdeckt wurde, ganz im Gegensatz zu einem 2. Krönchen, das aus einem
Friedhofsbereich des 18. Jahrhunderts stammt und bei der Gestaltung des
Kindergartenaußengeländes entdeckt worden war. Der Bestattungsbrauch,
einer nicht verheirateten Jungfrau anstatt des Brautkränzchens eine Totenkrone
beizugeben, ist damit nach der Zusammenstellung Schwammbergers für den
Landkreis Fürth aus den 60er Jahren auch für den Altstadtfriedhof nachgewiesen.
Ebenfalls bei den Gestaltungsarbeiten am Kindergartenaußengelände wurden
von den Arbeitern in einem Bereich des ehemaligen Messnergärtchens große
Mengen Keramik geborgen. Vermutlich wurde der obere Teil einer Latrine
oder Kloake angeschnitten. Von den Scherben lassen sich einige wieder
zusammenfügen, so daß hier die einmalige Gelegenheit gegeben ist, sich
einen Überblick über einige Gefäßformen des Alltags von ca. 1780 zu verschaffen.
|